Sonntag, 01.02.2026

Inflationsrate im November 2025 bleibt bei 2,3 Prozent

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Die deutsche Inflationsrate hat sich zum Jahresende weitgehend stabilisiert. Im November 2025 lag der Verbraucherpreisindex 2,3 Prozent über dem Vorjahresmonat und damit auf dem Niveau des Vormonats. Gegenüber Oktober sanken die Verbraucherpreise jedoch um 0,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.

Energiepreise nahezu unverändert, Nahrungsmittel nur moderat teurer

Die Preise für Energieprodukte lagen im November 2025 geringfügig unter dem Vorjahresniveau und waren 0,1 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor. Haushaltsenergie verbilligte sich binnen Jahresfrist um 1,2 Prozent. Verbraucherinnen und Verbraucher zahlten unter anderem weniger für Strom minus 1,5 Prozent und Fernwärme minus 0,7 Prozent. Hingegen stiegen die Preise für leichtes Heizöl um 2,4 Prozent und für Erdgas um 0,5 Prozent. Die Kraftstoffpreise verteuerten sich im Jahresvergleich um 1,6 Prozent.

Nahrungsmittel insgesamt waren binnen Jahresfrist um 1,2 Prozent teurer. Deutliche Anstiege gab es bei Zucker, Marmelade, Honig und Süßwaren plus 9,0 Prozent, darunter Schokolade plus 19,4 Prozent, sowie bei Fleisch und Fleischwaren plus 4,2 Prozent, wobei Rind und Kalbfleisch deutlich teurer wurden plus 13,8 Prozent. Dem gegenüber standen deutliche Preisrückgänge bei Speisefetten und Speiseölen minus 14,8 Prozent, etwa Butter minus 22,0 Prozent und Olivenöl minus 17,4 Prozent. Frisches Gemüse war ebenfalls günstiger minus 4,2 Prozent, darunter Kartoffeln minus 13,3 Prozent.

Dienstleistungen treiben Kerninflation, Mieten bleiben relevant

Die Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie betrug im November 2025 2,7 Prozent nach 2,8 Prozent im Oktober. Auch die Inflationsrate ohne Energie lag mit 2,5 Prozent unverändert hoch. Dienstleistungen verteuerten sich deutlich über dem Durchschnitt und lagen 3,5 Prozent über dem Vorjahresmonat. Besonders stark stiegen die Preise für Personenbeförderung im Schienenverkehr plus 11,9 Prozent und für kombinierte Personenbeförderung plus 11,4 Prozent. Weitere Treiber waren Dienstleistungen sozialer Einrichtungen plus 7,6 Prozent, Pauschalreisen plus 7,1 Prozent sowie Versicherungsdienstleistungen für den Verkehr plus 6,9 Prozent. Nettokaltmieten erhöhten sich um 2,1 Prozent und blieben damit ein bedeutsamer Faktor für die Gesamtteuerung.

Bei Waren insgesamt betrug die Teuerung 1,1 Prozent. Verbrauchsgüter verteuerten sich um 1,4 Prozent, Gebrauchsgüter nur um 0,6 Prozent. Zu den auffälligen Preissteigerungen gehörten alkoholfreie Getränke plus 6,4 Prozent, darunter Kaffee mit plus 21,1 Prozent, gebrauchte Personenkraftwagen plus 4,8 Prozent und Tabakwaren plus 3,9 Prozent. Rückgänge zeigten sich etwa bei Haushaltsgeräten, Informationsverarbeitung und Telefonen jeweils minus 2,7 Prozent.

Monatliche Dynamik und methodische Hinweise

Im Vergleich zum Vormonat Oktober sanken die Verbraucherpreise im November 2025 um 0,2 Prozent. Saisonbedingt wirkten vor allem deutlich niedrigere Flugticketpreise minus 14,2 Prozent und Pauschalreisen minus 11,5 Prozent dämpfend. Innerhalb eines Monats stiegen die Energiepreise insgesamt um 0,6 Prozent, getrieben von einem deutlich höheren Preis für leichtes Heizöl plus 6,8 Prozent. Bei Nahrungsmitteln blieben die Preise im Monatsvergleich weitgehend stabil. So zogen Obstpreise leicht an plus 0,5 Prozent und Gemüsepreise plus 2,1 Prozent. Butter wurde im Monatsvergleich erneut billiger minus 4,6 Prozent, nachdem die Preise bereits im Oktober deutlich gefallen waren.

Das Statistische Bundesamt weist darauf hin, dass der harmonisierte Verbraucherpreisindex für die Geldpolitik in der Eurozone verwendet wird und sich methodisch vom nationalen Verbraucherpreisindex unterscheidet. Neben detaillierten Tabellen stellt das Amt Werkzeuge wie einen persönlichen Inflationsrechner und das Preis Kaleidoskop zur Verfügung. Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, bewertete die aktuelle Lage dahingehend, dass sich die Verbraucherpreise zum Jahresende vorerst stabilisiert haben.

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