Die Preise für Kraftstoffe und leichtes Heizöl sind im März 2026 gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. An deutschen Tankstellen lagen die Preise für Superbenzin um 17,3 Prozent und für Diesel um 29,7 Prozent höher. Kraftstoffe insgesamt verteuerten sich um 20,0 Prozent, leichtes Heizöl kostete 44,4 Prozent mehr als im März 2025. Eine vergleichende Auswertung des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass die aktuellen Zuwächse in Teilen an frühere Ölkrisen heranreichen, die Sprünge unmittelbar nach Beginn des Kriegs gegen die Ukraine 2022 aber deutlich ausgeprägter waren.
Aktuelle Entwicklung im März 2026
Bei den vorgelagerten Wirtschaftsstufen ergibt sich ein uneinheitliches Bild. Die Importpreise für Erdöl lagen im März 2026 um 24,6 Prozent über dem Vorjahresmonat, Importe von Mineralölerzeugnissen verteuerten sich um 48,6 Prozent. Die Importpreise für Erdgas hingegen fielen im Jahresvergleich um 8,6 Prozent. Auf Erzeugerebene stiegen die Preise für Mineralölerzeugnisse um 18,3 Prozent, während die Erzeugerpreise für Erdöl und Erdgas mit minus 10,2 Prozent beziehungsweise minus 19,5 Prozent darunter lagen.
Monatlich betrachtet zeigten sich zuletzt deutliche Anstiege. Gegenüber Februar 2026 verteuerte sich importiertes Erdöl um 45,9 Prozent, Mineralölerzeugnisse um 41,6 Prozent und Erdgas um 19,6 Prozent. Auch die Erzeugerpreise glichen den Trend an: Erdöl stieg im Monatsvergleich um 14,8 Prozent und Erdgas um 8,8 Prozent. Das Statistische Bundesamt weist darauf hin, dass die seit 2022 hohen Ausgangspreise die aktuellen Jahr‑zu‑Jahr-Vergleiche abschwächen und damit die Wirkung des Nahost‑Konflikts weniger deutlich erscheinen lassen als die Preisreaktionen beim Angriff auf die Ukraine vor vier Jahren.
Historische Einordnung
Die aktuellen Anstiege ähneln laut der Analyse in Teilen früheren Krisen. Während der ersten Ölkrise 1973/74 erreichten die Einfuhrpreise für Erdöl im März 1974 einen Anstieg von 221,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Verbraucherpreise für Kraftstoffe stiegen damals binnen Jahresfrist um rund 32 Prozent, leichtes Heizöl verteuerte sich bereits Ende 1973 um mehr als 180 Prozent.
Auch die zweite Ölkrise Ende der 1970er Jahre war von starken Preisbewegungen geprägt. Importiertes Erdöl verdoppelte sich bis März 1980 gegenüber dem Vorjahresmonat. In der Finanzmarktkrise 2008/2009 kam es zu heftigen Schwankungen: Im Juli 2008 lagen die Einfuhrpreise für Erdöl um 50,6 Prozent über dem Vorjahr und Verbraucherinnen und Verbraucher zahlten für leichtes Heizöl 59,2 Prozent mehr.
Die Corona‑Krise brachte zunächst einen starken Einbruch der Importpreise für Öl und Gas, gefolgt von einer raschen Erholung. Beim Beginn des Kriegs gegen die Ukraine im März 2022 waren die Preissprünge besonders ausgeprägt. Damals lagen die Importpreise für Erdöl 87,5 Prozent und die für Erdgas 330,5 Prozent über dem Vorjahr. Verbraucherinnen und Verbraucher bezahlten im März 2022 für Superbenzin 41,9 Prozent und für Diesel 62,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für leichtes Heizöl ergab sich ein Anstieg von 144,4 Prozent.
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