Mittwoch, 29.04.2026

Pflegeausgaben gewinnen starken Anteil an den Gesundheitskosten und haben sich in zehn Jahren mehr als verdoppelt

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Die Ausgaben für pflegerische Leistungen in Deutschland sind seit 2014 deutlich stärker gewachsen als die Gesundheitsausgaben insgesamt. Im Jahr 2024 entfielen 25,3 % der gesamten Gesundheitsausgaben auf Pflegeleistungen. Damit ist ihr Anteil binnen zehn Jahren um 5,4 Prozentpunkte gestiegen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Zahlen und Entwicklung

Im Jahr 2024 beliefen sich die Ausgaben für pflegerische Leistungen auf 135,9 Milliarden Euro. Zum Vergleich: 2014 lagen diese Ausgaben bei 65,0 Milliarden Euro. Binnen zehn Jahren hat sich das Volumen damit um 109,1 % mehr als verdoppelt. Die gesamten Gesundheitsausgaben betrugen 2024 538,2 Milliarden Euro und stiegen seit 2014 um 64,2 %.

Weitere Bereiche des Gesundheitswesens weisen ebenfalls deutliche Zuwächse auf. Ärztliche Leistungen hatten 2024 einen Anteil von 23,6 % an den Gesundheitsausgaben und sind seit 2014 um 45,7 % gewachsen. Ausgaben für Arzneimittel machten 15,8 % der Gesamtausgaben aus und stiegen zwischen 2014 und 2024 um 67,5 %.

Ursachen des Anstiegs

Das Statistische Bundesamt führt mehrere Gründe für den starken Anstieg der Ausgaben für Pflegeleistungen an. Dazu gehören gesetzliche Änderungen am Elften Buch Sozialgesetzbuch, die zum 1. Januar 2017 in Kraft traten, gestiegene Pflegepersonalkosten und der demografische Wandel. Zu den erfassten pflegerischen Leistungen zählen unter anderem Grundpflege, Behandlungspflege und Intensivpflege. Erbrachte Leistungen werden sowohl in ambulanten Einrichtungen und in stationären beziehungsweise teilstationären Pflegeeinrichtungen dokumentiert als auch in Krankenhäusern und in der häuslichen Pflege in privaten Haushalten.

Einordnung und Methodik

Die vorgestellten Ergebnisse beruhen auf dem Konzept des System of Health Accounts. Danach gelten Ausgaben als gesundheitsrelevant, wenn sie der Prävention, Behandlung, Rehabilitation oder Pflege dienen. Weitergehende methodische Erläuterungen und die Finanzierung der Gesundheitsausgaben beschreibt das Statistische Bundesamt im Qualitätsbericht auf seinem Internetangebot.

Detaillierte Daten und lange Zeitreihen sind über die Tabellen zur Gesundheitsausgabenrechnung in der Datenbank GENESIS Online sowie im Informationssystem der Gesundheitsberichterstattung des Bundes verfügbar.

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