Donnerstag, 05.02.2026

Autoindustrie: Geschäftsklima nur leicht verbessert, Exporterwartungen ziehen an

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Das ifo-Geschäftsklima in der deutschen Autoindustrie hat sich im Januar nur marginal aufgehellt. Der Saldo stieg von minus 19,8 Punkten im Dezember auf minus 19,6 Punkte im Januar. Trotz einer schlechteren Einschätzung der gegenwärtigen Lage erwarten die Unternehmen für die kommenden Monate weniger negative Entwicklungen.

Lagebeurteilung und Erwartungen

Die befragten Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage schlechter als zuvor, signalisierten jedoch eine aufgehellte Erwartung für die nächsten Monate. Besonders auffällig sind die gestiegenen Exporterwartungen: Sie kletterten auf plus 8,7 Punkte, nach minus 8,0 Punkten im Dezember.

Nach Einschätzung der ifo-Branchenexpertin Anita Wölfl wirkt die Nachfrage aus dem Euroraum weiterhin als stützende Kraft für die deutsche Autoindustrie. Sie weist zudem darauf hin, dass amtliche Daten zu den Auftragseingängen nahelegen, dass der innereuropäische Handel die treibende Rolle bei dieser Entwicklung spielt.

Unterschiedliche Entwicklung auf Auslandsmärkten

Bei der Bewertung der eigenen Wettbewerbsposition zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Märkten innerhalb und außerhalb der EU. Auf den EU-Märkten verbesserten die Unternehmen ihre Einschätzung deutlich: Der Saldo stieg von 1,5 Punkten im Oktober auf plus 15,4 Punkte im Januar.

Auf Märkten außerhalb Europas verschlechterte sich die Wettbewerbsposition hingegen deutlich. Der entsprechende Saldo fiel auf minus 31,3 Punkte, nach minus 17,4 Punkten im Oktober. Wölfl macht darauf aufmerksam, dass die deutsche Autoindustrie seit 2024 auf Märkten außerhalb der EU an Wettbewerbsfähigkeit verloren habe. Davon seien insbesondere China betroffen und zunehmend auch die USA.

Was die Zahlen bedeuten

Die Daten zeigen eine Branche, die sich im kurzfristigen Erwartungshorizont etwas beruhigt sieht, deren aktuelle Lage aber weiterhin belastet ist. Der positive Impuls durch die europäische Nachfrage steht einer deutlichen Schwäche auf außereuropäischen Märkten gegenüber.

Alle genannten Salden sind saisonbereinigt.

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