Mittwoch, 04.02.2026

Studie: KI am Arbeitsplatz meist nur gelegentlich im Einsatz und oft ohne Vorgabe durch Arbeitgeber

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Nur rund jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland nutzt Künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz regelmäßig. Das zeigt eine Auswertung der zweiten Befragung zur Verbreitung und den Auswirkungen von Digitalisierung und Wandel der Beschäftigung aus dem Jahr 2024. Etwa 64 Prozent der Befragten geben an, bereits KI eingesetzt zu haben, die Nutzung bleibt jedoch überwiegend sporadisch.

Welche Anwendungen dominieren

Die Nutzung konzentriert sich laut Studie auf leicht zugängliche Textwerkzeuge wie ChatGPT und Übersetzungsdienste. Mehr als 80 Prozent derjenigen, die KI einsetzen, verwenden solche Tools. Formal vonseiten der Arbeitgeber eingeführte Systeme betreffen hingegen häufiger komplexere oder kostspieligere Anwendungen zum Beispiel diagnostische Software sowie Sprach oder Bildverarbeitung.

Eigeninitiative statt betrieblicher Vorgabe

Nach Angaben der Forschenden wurde die wichtigste Anwendung der Künstlichen Intelligenz nur bei etwa einem Drittel der Nutzenden vom Unternehmen eingeführt. Demnach ergreifen zwei Drittel der Beschäftigten die Initiative, KI selbstständig für ihre Arbeit zu nutzen. Oliver Schlenker, stellvertretender Leiter des Ludwig Erhard ifo Zentrums für Soziale Marktwirtschaft, verweist auf diesen Unterschied zwischen informeller und formaler Nutzung.

Auswirkungen betrieblicher Einführung

Beschäftigte berichten, dass eine betriebliche Einführung von KI mit einer höheren Nutzungshäufigkeit einhergeht. Außerdem ist sie mit mehr Weiterbildungsangeboten verbunden, mit stärkerer Nutzung von KI basierter Supervision und mit berichteten Produktivitätsgewinnen. Die Auswertung belegt damit Zusammenhänge zwischen formaler Implementierung und bestimmten Effekten, nicht jedoch kausale Wirkungen.

Datenbasis und methodische Hinweise

Die Ergebnisse beruhen auf der DiWaBe 2.0 Befragung von 2024. Das ifo Institut hat die Analyse gemeinsam mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung ZEW, dem Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung IAB, dem Bundesinstitut für Berufsbildung BIBB und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin BAuA durchgeführt. Die Stichprobe umfasst etwa 9 800 Interviews und ist repräsentativ für die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland. Die Forschenden betonen, dass die dargestellten Ergebnisse Korrelationen und Zusammenhänge zeigen und keine kausalen Effekte nachweisen.

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