Mittwoch, 04.02.2026

Torfgehalt in Blumenerden fällt 2024 stark, bei Kultursubstraten bleibt Anteil hoch

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Der Anteil von Torf in in Deutschland verkauften Blumenerden ist 2024 deutlich gesunken. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht erstmals detaillierte Zahlen zum Inlandsabsatz von Blumenerden und Kultursubstraten und dokumentiert zugleich eine Verringerung der eingesetzten Torfmenge, während der Anteil torfhaltiger Produkte insgesamt weiter hoch bleibt.

Zahlen im Überblick

Im Jahr 2024 lag die verkaufte Menge an Blumenerde für Hobbygärten bei 4,6 Millionen Kubikmeter. Mehr als drei Viertel dieser Produkte waren torfhaltig, genau 77 %. Im Durchschnitt bestand die torfhaltige Blumenerde jedoch nur noch zu 38 % aus Torf. Im Jahr 2023 hatte dieser durchschnittliche Torfanteil noch 47 % betragen. Insgesamt wurden den Blumenerden 2024 rund 1,4 Millionen Kubikmeter Schwarztorf und Weißtorf beigemischt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Rückgang der eingesetzten Torfmenge um 18,4 %; 2023 waren es 1,7 Millionen Kubikmeter.

Bei den für den gewerblichen Gartenbau und für Spezialanwendungen bestimmten Kultursubstraten wurden 2024 insgesamt 2,6 Millionen Kubikmeter in den Verkehr gebracht. Davon waren 84 % torfhaltig, ein leichter Anstieg gegenüber 2023, als der Anteil bei 80 % lag. Die torfhaltigen Kultursubstrate enthielten 2024 im Mittel jedoch nur noch 63 % Torf, nach 72 % im Vorjahr. Die insgesamt in diesen Produkten enthaltene Torfmenge betrug 1,4 Millionen Kubikmeter, das sind 5,4 % weniger als 2023.

Erhebung erstmals veröffentlicht

Die jetzt veröffentlichten Zahlen stammen aus der neuen jährlichen Erhebung zur Torfstatistik, die zum Berichtsjahr 2023 eingeführt wurde. Erfasst wird die Menge an Blumenerden und Kultursubstraten, die in Deutschland in den Verkehr gebracht wird. Dazu zählen sowohl heimische Produktionsmengen, die für den Inlandsabsatz bestimmt sind, als auch Importe. Exporte sind nicht berücksichtigt. Der Berichtskreis umfasst derzeit rund 120 Unternehmen, die Torf, Blumenerden oder Kultursubstrate produzieren oder importieren.

Methodische Hinweise und Kontext

Torf ist ein organischer Rohstoff aus zuvor entwässerten Mooren. Beim Abbau und bei der Nutzung als Pflanzensubstrat entstehen durch Zersetzung Treibhausgasemissionen. Die Erhebung gibt mengenmäßige Werte zu Gesamtvolumen, Produktarten und enthaltener Torfmenge nach Volumen wieder. Detaillierte Tabellen zu den Ergebnissen sind in der Datenbank GENESIS-Online abrufbar.

Die Entwicklung steht im Zusammenhang mit dem Klimaschutzplan der Bundesregierung, der eine deutliche Verringerung des Torfeinsatzes im Garten und Landschaftsbau vorsieht. Die Daten zeigen, dass sich die Intensität des Torfeinsatzes in den Produkten 2024 reduziert hat, obwohl ein großer Teil der angebotenen Produkte weiterhin Torf enthält.

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