Mittwoch, 04.02.2026

Wirtschaft stagniert im 3. Quartal 2025: Exporte schwächer, Investitionen leicht im Plus

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Das preis-, saison- und kalenderbereinigte Bruttoinlandsprodukt blieb im 3. Quartal 2025 gegenüber dem Vorquartal unverändert bei 0,0 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresquartal zeigte die Wirtschaftsleistung preisbereinigt ein leichtes Plus von 0,3 Prozent. Das Statistische Bundesamt bestätigte damit die vorläufige Schnellmeldung vom 30. Oktober 2025.

Wachstum und Nachfragekomponenten

Die Binnenachfrage gab insgesamt kaum Impulse. Die Bruttoanlageinvestitionen stiegen preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Innerhalb der Investitionen legten Ausrüstungen, vor allem Maschinen, Geräte und Fahrzeuge, um 1,1 Prozent zu, während die Bauinvestitionen um 0,5 Prozent zurückgingen.

Der private Konsum sank zum ersten Mal seit dem 4. Quartal 2023 um 0,3 Prozent. Ausschlaggebend waren geringere Ausgaben der Haushalte für Gastronomie und Beherbergung. Demgegenüber erhöhten sich die Konsumausgaben des Staates um 0,8 Prozent.

Vom Außenhandel kamen keine positiven Impulse. Die preis-, saison- und kalenderbereinigten Exporte fielen gegenüber dem Vorquartal um 0,7 Prozent. Insbesondere Dienstleistungen gingen mit 2,6 Prozent deutlich zurück, während die Warenexporte nur geringfügig um 0,1 Prozent zurückgingen. Die Importe lagen insgesamt auf dem Vorquartalsniveau. Dabei wurden 0,9 Prozent mehr Waren und 1,9 Prozent weniger Dienstleistungen importiert.

Branchenentwicklung und Arbeitsmarkt

Die preis-, saison- und kalenderbereinigte Bruttowertschöpfung nahm im 3. Quartal 2025 leicht um 0,1 Prozent zu, zeigte aber ein heterogenes Bild nach Sektoren. Das Verarbeitende Gewerbe verzeichnete das klarste Minus mit einem Rückgang von 0,9 Prozent. Innerhalb der Industrie konnten die Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen und von elektrischen Ausrüstungen die Produktion geringfügig steigern. Im Baugewerbe sank die Produktion erneut um 0,6 Prozent.

Die Dienstleistungsbereiche entwickelten sich überwiegend positiv. Information und Kommunikation legten um 0,8 Prozent zu, Handel, Verkehr und Gastgewerbe um 0,7 Prozent. Unternehmensdienstleister und sonstige Dienstleister wiesen hingegen leichte Rückgänge beziehungsweise Stagnation auf.

Die Anzahl der Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland lag bei rund 46,0 Millionen und lag damit nur geringfügig unter dem Niveau des Vorjahresquartals. Die geleisteten Arbeitsstunden änderten sich praktisch nicht. Nach vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung stieg die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität gemessen am preisbereinigten BIP je Erwerbstätigenstunde im Jahresvergleich um 0,3 Prozent.

Jahresvergleich, Einkommen und Sparquote

Im Vergleich zum 3. Quartal 2024 lag das preisbereinigte BIP um 0,3 Prozent höher. Die preisbereinigten Konsumausgaben stiegen um 1,1 Prozent, getragen von höheren privaten Ausgaben unter anderem für Kraftfahrzeuge und von einem Anstieg des Staatskonsums um 1,7 Prozent. Die Investitionen in Ausrüstungen und in Bauten lagen allerdings unter dem Vorjahresniveau.

In jeweiligen Preisen war das BIP 3,4 Prozent höher als vor einem Jahr. Das Volkseinkommen stieg um 3,7 Prozent. Die durchschnittlichen Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer wuchsen im Jahresvergleich um 5,1 Prozent, die Nettolöhne stiegen um 4,7 Prozent. Da der private Konsum stärker zunahm als das gesamtwirtschaftliche Einkommen, verringerte sich die Sparquote auf 9,6 Prozent nach 10,4 Prozent im Vorjahresquartal.

Internationaler Vergleich und Revisionen

Im internationalen Vergleich lag die deutsche Entwicklung zum Beginn der zweiten Jahreshälfte hinter der vieler anderer Staaten. Spanien verzeichnete im 3. Quartal ein Wachstum von 0,6 Prozent, Frankreich 0,5 Prozent und die EU insgesamt 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Italien stagnierte ebenfalls bei 0,0 Prozent. Zu den Daten der Vereinigten Staaten liegen Angaben für das 3. Quartal 2025 derzeit noch nicht vor.

Das Statistische Bundesamt hat zudem die ersten beiden Quartale 2025 mit neu verfügbaren Daten überarbeitet. Für das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt ergaben sich dabei keine Änderungen der bisherigen Ergebnisse. Weitere Detaildaten und Zeitreihen stehen in den Veröffentlichungen und der Datenbank des Amtes zur Verfügung.

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